Concept & Positions PEACE


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Frieden

Eine Themenausstellung anlässlich des Gedenkjahres 2018, 100 Jahre nach dem 1. Weltkrieg, während des Vorsitzes von Österreich bei der EU.

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Es gibt sie wieder - in der Welt und auch wieder in Europa:
soziale Spannungen, politische Brandherde und Konflikte, Aufrüstung, Zeichen eines kalten Krieges und die Gefahr einer wirklichen militärischen Auseinandersetzung.

Mit der Ausstellung wird für die derzeit wieder brandaktuellen Themen Demokratie und Frieden sensibilisiert.

Im Gedenkjahr 2018, 100 Jahre nach dem Ende des 1. Weltkriegs, wird mit dieser Ausstellung in Wien - während der Vorsitzführung Österreichs bei der Europäischen Union – von Österreich aus, dem Land zwischen Ost und West, im Herzen Europas, ein Zeichen für den  Frieden gesetzt.

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Konzept und Positionen
Ausstellung FRIEDEN

Im Vordergrund dieser Wiener Ausstellung steht Engagement für den Frieden. Gemeinsam wird mit der Ausstellung von KünstlerInnen und Kulturschaffenden aus der Kulturszene heraus ein Zeichen für den Frieden gesetzt und für das so wichtige Thema Frieden sensibilisiert. Weder bloßer Rückzug ins kleine private Leben noch passiver Informationskonsum zur Situation in Wien, Österreich, Europa und der Welt wurden als ausreichend empfunden. Wenn der Beitrag auch noch so klein sein mag, ein kleines Zeichen und neuerliche Erinnerung an die Wichtigkeit von Frieden wird als besser als nichts erachtet. Die vielen weiteren Beteiligten dieses Projekts auch außerhalb des Kulturbetriebes in Wien, Österreich und in den vielen anderen Ländern haben sich diesem Engagement angeschlossen.

Die Themenausstellung FRIEDEN, die während der österreichischen Vorsitzführung beider EU 100 Jahre nach dem 1. Weltkrieg im Herzen Europas in Wien gezeigt wird, setzt sich inhaltlich mit den Themenbereichen persönlich-innerer Frieden, Frieden zwischen zwei und mehreren Menschen bis hin zum sozialen und politischen Frieden auseinander. Diese Themenbereiche werden im Rahmen des Projekts als sehr eng miteinander verbunden wahrgenommen, weshalb es für die Ausstellung unerlässlich und notwendig erschien, all diese Bereiche und unbedingt gerade deren Verbundenheit,Interaktion und Wechselwirkung aufzuzeigen.

Die Ausstellung konzentriert sich auf Flachwerke, die schon aufgrund ihrer äußeren Beschaffenheit der vorgegebenen Fläche besondere Auseinandersetzung mit Grenze und Offenheit erfordert. Dieser für die Diskussion um Frieden sehr wichtige und heute wieder hochaktuelle Auseinandersetzung – zu Freiheit und Grenze - wird sich in diesem Ausstellungsprojekt künstlerisch zugewendet, wenn der Prozess des Arbeitens sich nur innerhalb von Bildformat oder begrenzender Kontur und Linie bewusst vollziehen kann und davon in der Ausstellung berichtet wird. Dabei wird sich auch immer im Spannungsfeld zwischen stark durch Kontur begrenzter gegenständlicher Kunst und jener der Abstraktion bewegt. Der Drang nach installativer Unbegrenztheit hinaus in den freien Raum wird in der Schau besonders spürbar, weil in dieser Ausstellung diese meinmal bewusst nicht immer nachgegangen wird, um gerade dieses Verlangen, diese angestaute Spannung innerhalb des vorgegebenen Rahmens, der Kontur, besonders spürbar werden zu lassen und um zu zeigen, was KünstlerInnen innerhalb der Flachwerke in der Lage sind zu tun, wie sie mit Grenze, wie sie mit Offenheit und Freiheit innerbildlich umgehen – besonders interessant, da alle Möglichkeiten der Freiheit der Kunst heute vorhanden sind.Neben narrativen gegenständlichen Positionen, die eindeutig interpretierbare Geschichten zum Frieden erzählen oder Problematik und Brüche mit Frieden aufzeigen gibt es auch jene, die jeden Bezug zur Gegenständlichkeit vermeiden und das Gemalte auf Form- und Farbklänge und ihre innerbildlichen Bezüge und Gegensätze beschränken. Auch sind es die für die Ausstellung notwendigen Abstraktionen, die gegenüber dem Gegenständlichen wichtig sind, um sich der Thematik vollständig widmen zu können. Und dann gibt es auch jene Positionen, die beides innerhalb einer Position miteinander verbinden und so das Spannungsfeld innerbildlich austragen.

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde kunsthistorisch der Abstraktions-Begriff in Bezug auf die Bildende Kunst ständig erweitert. Und es war gerade in jener Zeit vor 100 Jahren, in der eine besonders auffallende Beschäftigung mit den Themenkreise Gegenständlichkeit und Abstraktion begann und in der Folge weiterhin offensichtlich stattfand. der Weg in die reine Abstraktion wird in der Kunstrezension als eine notwendige Entwicklung innerhalb allgemeiner Tendenzen der Klassischen Moderne angesehen. So wird die Abstrakte Malerei als eine Konsequenz des Neoimpressionismus, Fauvismus, Expressionismus und Kubismus aufgefasst – vor 100 Jahren existierte noch immer alles nebeneinander. Die Anfänge rein abstrakter Malereiliegen auch etwa in der Zeit vor 100 Jahren, genau genommen wohl in der Zeit nach 1910. Zu den maßgeblichen Begründern werden Wassily Kandinsky, Frantisek Kupka, Piet Mondrian und Robert Delaunay gezählt. Eines der radikalsten und kontroversesten Werke der Abstrakten Malerei ist das berühmte Schwarze Quadrat von Kasimir Malewitsch, das im Jahr 1915 erstmals ausgestellt wurde. Wer das erste abstrakte Werk geschaffen hat, ist allerdings umstritten. Dass es Kandinsky gewesen sei, der im Jahr 1910 als erster ein vollkommen abstraktes Aquarell ohne Titel geschaffen habe, wird inzwischen angezweifelt, da es daneben auch andere gab, die in ähnliche Richtung gearbeitet hatten. Auch die russische Avantgarde und Rodtschenko spielt in diesem Zusammenhang der Kunst von vor 100 Jahren eine wichtige Rolle. Die neue malerische Sichtweise verbreitete sich nach 1910 rasch in Europa. Im Jahr 1913 kann man bereits von einer „Mode“ sprechen. Figurativer Expressionismus und auch Realismus existierten auch jetzt noch weiterhin parallel.Heute ist die Abstrakte Malerei ebenso wie Figuration und Realismus integraler Bestandteil der Kunst der klassischen Moderne und auch im 21. Jahrhundert noch fester Bestandteil auch der jungen Kunstproduktion. 

Interessant ist, dass sich besonders beider ganz jungen Künstlergeneration ein derzeit grösseres Interesse an jener Zeit der ersten Dekaden des 20. Jahrhunderts manifestiert und sich besonders auch stilistisch inden Flachwerk-Arbeiten zeigt. Eine ähnliche Auseinandersetzung wie jene vor 100 Jahren um Form und Aufbrechen von Form, mit Abstraktion und Realismus ist besonders in jungen malerischen Positionen derzeit viel zu beobachten, was auch in der Ausstellung sichtbar wird. Es gibt also seitens der KünstlerInnen ein ohnehin schon vorhandenes, meist stilistisches Interesse an jener Zeit 100 Jahre nach dem 1.Weltkrieg, was der Ausstellung zugute kommt und für die Ausstellung genutzt wird. 

Die Flachwerke reichen also von freien, das installative und den Raum suchenden Arbeiten über abstrakte Positionen, über retroversiell-expressionistische, kubistische, fauvistische Arbeiten bis hin zu Arbeiten mit starkem Realismus und zu solchen, die Ausdruck von Neigung zur Gegenständlichkeit und begrenzender Formenstrenge sind. In der Auseinandersetzung um Freiheit und Grenze, offene und geschlossene Form erschien es unerlässlich, die gesamte Bandbreite der unterschiedlichen Positionen für den offenen Diskurs der Ausstellung um Freiheit und Grenze einzubeziehen. 

Ziel der Ausstellung ist - neben der Förderung und dem Vorstellen aktueller Positionen Junger Kunst - über die Brücke der heute wieder so wichtigen Themenbereiche Offenheit und Grenze, die in der Ausstellung kunsthistorisch und stilistisch eingeleitet werden, zur großen Fragestellung um den Frieden zu gelangen und dadurch aktuelle Auseinandersetzung und Sensibilisierung für den Frieden heute zu stimulieren.Die beteiligten jungen KünstlerInnen aus Österreich entstammen sehr bewusst alle der jungen Generation des Jahres 2018. Es sind jene, die in Österreich in zweiter und dritter Generation keinen Krieg erlebt haben und die unsere Welt heute und morgen gestalten.Mit ihren neu für diese Ausstellung geschaffenen Arbeiten sensibilisieren sie mit ihren Positionen für die Wichtigkeit von Frieden und gehen beispielhaft für heutiges Friedensengagement mit ihrem engagierten Schaffen voran und setzten positive Zeichen in der heutigen Gesellschaft für den Frieden.

  • Arbeiten thematisch zum Thema Frieden
  • Stilistischer Ausdruck einer Auseinandersetzung mit Freiheit und Grenze
  • Flachwerke

Wien, 27.6.2017

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Ziele:

  • Sensibilisierung für das Thema Frieden und Engagement für Frieden im Kulturbetrieb und dadurch Schaffung von Möglichkeiten, durch Friedensengagement im Kulturbetrieb durch Kulturschaffende Engagement von weiteren Teilen der Gesellschaft für Frieden und Friedenserhalt zu fördern
  • Erreichen besonders auch der jungen Generation der Gesellschaft
  • Nutzung von geschichtlichen Erkenntnissen und Momenten für friedensförderndes Handeln in Gegenwart und Zukunft

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